29.09.2026 · Maximilian Zwisler
ChatGPT oder Claude im Unternehmen? Ein Vergleich aus Sicht der Einrichtung
Stand: 29. September 2026. Preise und Leistungen stammen von den offiziellen Seiten von OpenAI und Anthropic; beide Anbieter ändern Tarife und Funktionen regelmäßig.
„Was ist besser, ChatGPT oder Claude?“ Für den Privatgebrauch gibt es dazu viele Tests. Im Unternehmen ist die Frage eine andere: Welches Werkzeug lässt sich für Ihre Aufgaben so einrichten, dass Ihr Team es verlässlich nutzt, Ihre Daten geregelt bleiben und jemand die Ergebnisse prüft? Dieser Beitrag vergleicht beide aus dieser Sicht und zeigt, wie Sie die Entscheidung mit einem kurzen Test absichern.
Kurz beantwortet
- Preis: Die Teamtarife kosten derzeit gleich viel: jeweils 20 USD pro Person und Monat bei jährlicher Abrechnung für eine Standard-Lizenz, 100 USD für eine Premium-Lizenz, ab zwei Personen.
- Datenschutz-Grundlage: Beide Anbieter nennen für ihre Teamtarife standardmäßig kein Training mit Ihren Inhalten.
- Unterschiede: Sie liegen eher in Zusammenarbeitsfunktionen, Anbindungen und Verwaltung als in der Grundfrage „Welche KI ist klüger?“.
- Entscheidung: Am verlässlichsten mit einem vierwöchigen Test beider Werkzeuge an denselben zwei oder drei Aufgaben aus Ihrem Alltag.
Die Teamtarife im direkten Vergleich
Kosten und Größe
- ChatGPT Business: Standard 20 USD (jährlich) bzw. 25 USD (monatlich), Premium 100 bzw. 125 USD pro Person und Monat. Mindestens zwei Lizenzen; OpenAI nennt den Tarif für Teams mit 2 bis 200 Mitarbeitenden.
- Claude Team: Standard 20 USD (jährlich) bzw. 25 USD (monatlich), Premium 100 bzw. 125 USD pro Person und Monat. Mindestens zwei, höchstens 150 Lizenzen.
Bei beiden lassen sich Standard- und Premium-Lizenzen kombinieren, und bei beiden kommen Steuern hinzu. Details zu den Kosten finden Sie in unseren Beiträgen zu ChatGPT Business und zu den Claude-Kosten.
Verwaltung und Sicherheit
- ChatGPT Business: laut OpenAI Admin-Konsole mit Rollen, SAML-SSO, MFA, Domainverifizierung und standardmäßig kein Training mit Geschäftsdaten.
- Claude Team: laut Anthropic zentrale Abrechnung, SSO und standardmäßig kein Training mit Ihren Inhalten.
Für automatische Benutzerverwaltung (SCIM), Audit-Logs oder besondere Anforderungen an den Speicherort verweisen beide Anbieter auf ihre Enterprise-Tarife.
Zusammenarbeit und Anbindungen
- ChatGPT Business: gemeinsame Projekte, Custom GPTs und Workspace-Agenten; OpenAI nennt Anbindungen an Google Workspace, Microsoft 365, Slack und GitHub. Seit dem DevDay 2026 kommen für Business-Tarife unter anderem ein gemeinsamer Arbeitsbereich (Space), Pages und ChatGPT in Slack und Microsoft Teams hinzu.
- Claude Team: Projekte, unternehmensweite Suche, Claude Code sowie Werkzeuge für Dokumente, Präsentationen und Designs; Anthropic nennt außerdem Claude in Chrome und Microsoft 365.
Was das praktisch heißt: Arbeitet Ihr Team stark in Slack oder Microsoft Teams und möchte KI direkt dort nutzen, spricht derzeit einiges für ChatGPT. Stehen lange Dokumente, Auswertungen oder Entwicklungsarbeit im Vordergrund, lohnt sich ein genauer Blick auf Claude. Beides sind Tendenzen, keine Regeln; der Test entscheidet.
Worauf es bei der Entscheidung wirklich ankommt
- Die Aufgaben: Welche zwei oder drei wiederkehrenden Tätigkeiten sollen besser werden, etwa Kundenanfragen beantworten, Angebote vorbereiten oder Besprechungen protokollieren?
- Die vorhandenen Systeme: Wo liegen Ihre Dokumente, E-Mails und Kalender? Welche Anbindungen brauchen Sie wirklich, und welche Ablagen sollen bewusst außen vor bleiben?
- Die Verwaltung: Wer legt Nutzer an, wer vergibt Rechte, wer sieht die Abrechnung? Reicht SSO, oder brauchen Sie Funktionen aus dem Enterprise-Tarif?
- Die Prüfung: Wer kontrolliert Ergebnisse, bevor sie an Kunden gehen? Dieser Schritt ist bei beiden Werkzeugen gleich wichtig.
- Die Gewöhnung: Nutzt Ihr Team bereits eines der beiden Werkzeuge privat? Das senkt die Einstiegshürde, sollte aber nicht allein entscheiden.
So testen Sie beide in vier Wochen
- Aufgaben festlegen: Zwei bis drei wiederkehrende Aufgaben mit echtem, freigegebenem Material auswählen.
- Je zwei Lizenzen buchen: Das ist bei beiden Anbietern das Minimum im Teamtarif; für einen Test bietet sich die monatliche Abrechnung an. Prüfen Sie vorher die Kündigungsbedingungen.
- Gleiche Grundlage schaffen: In beiden Werkzeugen dieselben Unterlagen hinterlegen und dieselben Regeln formulieren.
- Mit drei Fällen testen: je Aufgabe ein normaler, ein unvollständiger und ein widersprüchlicher Fall. Achten Sie darauf, ob fehlende Angaben sichtbar bleiben oder erfunden werden.
- Nacharbeit dokumentieren: Wie viel musste das Team korrigieren? Wie lange hat die Prüfung gedauert?
- Entscheiden: nach Nacharbeit, Passung zu Ihren Systemen und Verwaltbarkeit, nicht nach dem Eindruck einzelner Antworten.
Ein solcher Test kostet bei monatlicher Abrechnung mit je zwei Standard-Lizenzen rund 100 USD pro Monat vor Steuern.
Muss es entweder–oder sein?
Nicht zwingend. Manche Unternehmen nutzen ein Werkzeug als Standard für alle und ein zweites für einzelne Rollen, etwa in der Entwicklung. Das erhöht allerdings den Aufwand für Regeln, Verwaltung und Firmenwissen, das dann an zwei Stellen gepflegt werden muss. Für die meisten mittelständischen Teams ist ein gut eingerichtetes Werkzeug besser als zwei halb eingerichtete.
Wenn Sie den Test strukturiert aufsetzen oder das gewählte Werkzeug für Ihre Aufgaben einrichten möchten, klären wir den Einstieg im Erstgespräch. Wenn Lizenzen bereits vorhanden sind, zeigt der KI-Readiness-Check, was eingerichtet ist und was fehlt.
Häufige Fragen
Ist ChatGPT oder Claude günstiger für Unternehmen? Bei den Teamtarifen derzeit keines von beiden: Beide kosten laut Anbietern 20 USD pro Person und Monat bei jährlicher Abrechnung für eine Standard-Lizenz und 100 USD für eine Premium-Lizenz, jeweils ab zwei Personen und zuzüglich Steuern.
Welches Werkzeug ist datenschutzfreundlicher? Beide Anbieter nennen für ihre Teamtarife standardmäßig kein Training mit Ihren Inhalten. Ob die Nutzung für Ihr Unternehmen passt, hängt von den verarbeiteten Daten, den Verträgen und Ihren Regeln ab und sollte mit Ihrer Datenschutzverantwortung geklärt werden.
Kann ich später wechseln? Ja, aber eingerichtetes Firmenwissen, Projekte und Regeln müssen dann neu aufgebaut werden. Deshalb lohnt sich ein kurzer, strukturierter Test vor der Entscheidung.